Dysplasiezentren AG CPC
Untersuchungsgang

Untersuchungsgang Kolposkopie

Die kolposkopische Untersuchung unterscheidet sich primär nicht wesentlich von einer normalen gynäkologischen Untersuchung. Nachdem zunächst die Beschwerden erfragt wurden, folgt eine Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl. Hierzu ist es günstig, wenn die Patientinnen möglichst keine Periode haben. Zunächst erfolgt eine Betrachtung des äußeren Genitale, anschließend eine Einstellung der Scheide und des Gebärmutterhalses mit einem gynäkologischen Spiegel, dem Spekulum. Ziel ist es, den Gebärmutterhals komplett sichtbar zu machen, um ihn ausreichend beurteilen zu können. Falls es in der Vorgeschichte einen Hinweis für eine mögliche Infektion der Scheide geben sollte, wird jetzt entweder ein bakteriologische Abstrich oder ein so genanntes Nativpräparat entnommen, um Bakterien oder eine Pilzinfektion zu entdecken. Sollte sich sehr viel Schleim auf den Gebärmutterhals befinden, so wird dieser Schleim mit einem Watteträger entfernen. Es folgt nun die Abstrichuntersuchung des Gebärmutterhalses und des Gebärmutterhalskanals. Zusätzlich kann eine Abstrichuntersuchung auf HPV-Viren durchgeführt werden.

Anschließend folgt die eigentliche kolposkopisch Untersuchung: Hierzu wird der Gebärmutterhals mit einer 5%igen Essigsäurelösung betupft, was eine leicht brennende Empfindung in der Scheide zur Folge haben kann. Durch die Essigsäure kommt es zum Aufquellen von Schleimhautareale, in denen Zellveränderungen vorliegen. Es zeigen sich hier je nach Ausprägung der Zellsschichtungsstörung typische weißliche Veränderungen, die dem Arzt die Möglichkeit einer Einschätzung der Zellveränderungen sowie einer möglichen Therapie geben. Wichtig ist insbesondere, ob sich die Veränderung auf dem Gebärmutterhals befindet oder ob sie sich in den Gebärmutterhalskanal erstreckt. Um die Ausdehnung der Veränderungen abzuschätzen, wird nun möglicherweise der Gebärmutterhals mit einer Jod-Lösung betupft. Sollte eine Jodunverträglichkeit oder eine Schilddrüsenüberfunktion bestehen, so sollte dies dem Arzt zu Beginn der Untersuchung mitgeteilt werden. Um die Diagnose zu sichern ist bei auffälligen Befunden eine Gewebeentnahme mit einer kleinen Zange, eine so genannte Biopsie, notwendig. Da der Gebärmutterhals nahezu schmerzunempfindlich ist, muss hierzu keine lokale Betäubung gegeben werden. Falls eine Biopsie durchgeführt wurde, sollte die nächsten zwei Tage auf Vollbäder und Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Das entnommen Gewebe wird nachfolgend vom Pathologen untersucht, was in der Regel ebenfalls einige Tage in Anspruch nimmt. Abschließend wird bei der kolposkopischen Untersuchung die Scheide innen und außen beurteilt, um mögliche Veränderungen in diesem Bereich festzustellen.

Eine endgültige Diagnose und Therapiefestlegung ist erst möglich, wenn die Ergebnisse der Krebsvorsorgeabstrich-Untersuchung, der Kolposkopie und das pathologische Ergebnis vorliegen.

(Dr. Ackermann)