Der HPV-Befund

Die Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) ist nicht selten und stellt für sich allein keine Gefahrensituation dar. In einer amerikanischen Studie bei jungen Collegeschülerinnen hat man zu fast 30 Prozent derartige Viren nachweisen können. Eine weitere Analyse aus den USA läst eine wenigstens einmalige bzw. gegenwärtige HPV-Infektion bei 75% Prozent der Frauen & Männer vom 15. bis 49. Lebensjahr vermuten.

In Deutschland schätzt man:

  • Die jährliche HPV-Infektionsrate bei Frauen auf ca. 6 Millionen (ca. 14% aller Frauen).
  • 400.000 Frauen (< 1% aller Frauen, < 7% der HPV-infizierten Frauen) erkranken jährlich an einer höhergradigen Krebsvorstufe (Dysplasie 3. Grades oder CIN III) am Gebärmutterhals (Zielgruppe der Krebsfrüherkennung).
  • Ca. 8.000 (< 0,02% aller Frauen, < 0,14% der HPV-infizierten Frauen) erkranken pro Jahr an einem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Somit ist die sehr häufige Infektion mit HPV kein Hinweis auf das Vorliegen einer Vorstufe oder des Gebärmutterhalskrebses an sich. Eine Routinenachweis von HPV im Rahmen der Krebsfrüherkennung ist daher zur Zeit nicht sehr effektiv und verunsichert eher die Betroffene sowie möglicherweise auch ihren behandelnden Arzt.

Es ist jedoch nahezu sicher, dass sich ein Gebärmutterhalskrebs ohne Humane Papillomaviren nicht entwickeln kann. Im Zusammenspiel mit weiteren Faktoren kann unter Umständen eine Krebsentwicklung hervorgerufen werden. Das betrifft insbesondere eine bestimmte Untergruppe der HPV – die unglücklicherweise in der High-Risk- (Hochrisiko-) Virengruppe zusammengefasst wurden (auch diese führen nicht zwangsläufig zu einer Krebsentstehung, sie werden lediglich benötigt, damit ein Gebärmutterhalskrebs überhaupt entstehen kann).

Der Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich nahezu ausnahmslos über sogenannte Vorstufen (Dysplasien). Die meisten dieser Vorstufen bilden sich von ganz allein zurück. Das Ziel der Krebsfrüherkennung am Gebärmutterhals ist es, jene Vorstufen zu entdecken, die sich nicht zurückbilden und im Verlauf als höhergradig eingestuft werden. Diese sind behandlungsbedürftig. Die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses kann dann durch entsprechende Behandlung verhindert werden.